Wenn du an deinen nächsten Surftrip denkst, denkst du wahrscheinlich an warmes Wasser, lange Sessions, eine gute Zeit, gleichgesinnte Menschen, neue Freundschaften, Sonne im Gesicht … und Sonnencreme.
Wenn wir zu einem Surftrip aufbrechen, wissen wir, dass wir Stunden in der Natur, im Wasser, am Strand und letztendlich in der Sonne verbringen werden. Also brauchen wir Sonnencreme. Meistens nehmen wir einfach irgendein Produkt mit, ohne groß darüber nachzudenken. Doch die Realität ist: Was wir auf unsere Haut auftragen, bleibt nicht dort.
Wenn wir stundenlang im Wasser sind, surfen, auf das nächste Set warten oder mit neuen Freunden quatschen, landet ein Teil unserer Sonnencreme im Meer.
Und Spoiler: Nicht jede Sonnencreme gehört dorthin.
Die unbequeme Wahrheit über „reef-safe“ Sonnencreme
Auf zahlreichen Sonnencremeverpackungen lesen wir Begriffe wie „reef-safe“ oder „reef-friendly“.
Das Problem dabei ist, dass diese Begriffe eigentlich gar nichts bedeuten... Es gibt keine offizielle Definition, keine globale Regulierung und keinen einheitlichen Teststandard, der dahinter steht. Das bedeutet, dass viele Produkte mit dem Label „reef-safe“ trotzdem Inhaltsstoffe enthalten, die Korallen und Meereslebewesen schaden können.
Noch schockierender ist, dass nur ein kleiner Teil der weltweit verwendeten UV-Filter tatsächlich hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Riffe getestet wurden.

Was passiert, wenn Sonnencreme ins Meer gelangt?
Wenn du rauspaddelst, bleibt deine Sonnencreme nicht völlständig auf der Haut.
- Bis zu 25 % können während einer Session abgewaschen werden
- Chemische Stoffe verteilen sich im Wasser und lagern sich an Meereslebewesen ab
- Manche sammeln sich in Fischen, Korallen und Sedimenten an
- Andere zerfallen durch Sonnenlicht in neue Verbindungen, die noch reaktiver oder toxischer sein können
Bestimmte UV-Filter können:
- die DNA von Korallen schädigen
- Wachstum und Fortpflanzung beeinträchtigen
- Korallenbleiche auslösen
- marine Ökosysteme großflächig beeinträchtigen
Das bedeutet, dass Sonnencreme nicht einfach nur von deinem Körper verschwindet, sondern Teil des Ozeans wird.
Chemische vs. mineralische Sonnencremes
Jahrelang schien die Regel einfach: Vermeide „chemische“ Sonnencremes und nutze mineralische Produkte. In Wirklichkeit ist das Ganze aber etwas komplexer.
Zu den chemischen Filtern mit bekannten Problemen gehören unter anderem:
- Oxybenzon
- Octinoxat
- Octocrylen
Diese Stoffe werden mit Korallenbleiche und Meeresvergiftung in Verbindung gebracht und sind deshalb in Orten wie Hawaii oder Palau verboten.
Doch mineralische Filter sind nicht automatisch weniger umweltschädlich… Zinkoxid in Nano- oder unbeschichteter Form kann ebenfalls zu schnellem Korallenstress und Korallenbleiche führen.
Mineralische Sonnencremes benötigen die richtige Zusammensetzung (non-nano oder beschichtet), um weniger schädlich für die Umwelt zu sein. In dieser Form gelten mineralische Filter aktuell als die bessere Wahl und zusätzlich auch als sicherer für deine Gesundheit.
Mineralische Sonnencremes bleiben nämlich auf der Hautoberfläche und gelangen nicht in den Blutkreislauf, stören den Hormonhaushalt nicht und verursachen keine Hautreizungen, wie es bei chemischen Sonnenschutzmitteln der Fall ist. Mehr dazu findest du im Blogartikel von Suntribe.

Was Surfer tun können
Zuerst einmal wollen wir nicht sagen, dass du keine Sonnencreme mehr benutzen solltest. Bitte tu das! Sonnencreme ist wichtig, weil sie Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs vorbeugt. Sie gehört zu den besten Möglichkeiten, die Gesundheit deiner Haut langfristig zu schützen.
Aber es gibt auch andere Wege, die Auswirkungen von Sonnencreme auf die Umwelt zu reduzieren…
Die Menge an Sonnencreme im Wasser reduzieren
Wenn möglich:
- Trage UPF-Kleidung (Ultraviolet Protection Factor): Hüte, Rashguards oder Surfshirts sind perfekte Alternativen, letzteres besonders dann, wenn du keinen Neoprenanzug brauchst
- Time deine Sessions: Surfe früh morgens oder später am Tag, um die Mittagssonne zu vermeiden (das passt ohnehin zu vielen Surfspots weltweit, an denen gegen 11 Uhr häufig Onshore-Winde einsetzten)
- Suche Schatten zwischen den Sessions: Du brauchst nicht nur weniger Sonnencreme, dein Körper wird dir auch danken, nicht den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt zu sein

Wenn du Sonnencreme benutzt, wähle sie bewusster aus
Versuche folgende Inhaltsstoffe möglichst zu vermeiden:
- Oxybenzon
- Octinoxat
- Octocrylen
- Homosalat
- Octisalat
- Avobenzon
Achte außerdem auf hochkonzentrierte Zinkoxid-Pasten in Nano- oder unbeschichteter Form.
Schau am besten nach:
- Formulierungen, die als Ganzes getestet wurden und nicht nur mit Labels werben
- Neuere, ökologisch bewertete Formeln oder beschichtete mineralische Filter wie Non-Nano-Zinkoxid oder Titandioxid, die aktuell als die sichersten UV-Filter im Bezug auf Korallenriffe gelten
- Marken, die transparent kommunizieren und eher Bewusstsein als Perfektion vermitteln
- Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept, also Marken, die auch verantwortungsvolle Verpackungen berücksichtigen
Deshalb haben wir uns mit Suntribe zusammengetan. Ja, lustigerweise ist der Name unserem ziemlich ähnlich, aber das ist nicht das einzig coole an ihnen. Sie setzen auf mineralbasierte Formulierungen, minimale Inhaltsstoffe und einen Ansatz mit geringerer Umweltbelastung für Surfer, die stundenlang im Wasser sind. Außerdem sind sie sich ebenfalls des Buzzword-Problems rund um „reef-safe“ Sonnencreme bewusst und definieren den Begriff für sich selbst.
H3: Trage Sonnencreme bewusst auf
- Trage Sonnencreme nicht direkt am Wasser auf und lass sie gut einziehen
- Wenn möglich, wasche die Sonnencreme ab, bevor du empfindliche Riffgebiete betrittst
All diese kleinen Gewohnheiten machen einen Unterschied, besonders dann, wenn sie von vielen übernommen und über einen längeren Zeitraum beibehalten werden. Und ja, letztendlich ist es so simpel: Je weniger Sonnencreme im Wasser landet, desto geringer ist die Belastung.

Abschließende Gedanken
Surfen bedeutet Verbindung, mit dem Ozean, mit der Natur und mit Orten, die sich noch unberührt anfühlen. Das müssen und wollen wir schützen. Das bedeutet nicht, perfekt zu sein, sondern achtsam zu handeln.
Also bitte, benutze Sonnencreme, wenn du sie brauchst. Aber denk zweimal nach, wähle bessere Produkte, integriere alternative Gewohnheiten und verstehe den Einfluss, den du hast. Denn oft bedeutet „reef-safe“ eben nicht das, was es verspricht.
Deshalb möchten wir gemeinsam mit Suntribe bewusste Entscheidungen rund um Sonnencreme einfacher machen… Jedes Mal, wenn du einen Trip mit The Surf Tribe buchst, erhältst du einen Rabattcode für ihre Sonnencremes und Zinkprodukte!
Wenn du also das nächste Mal rauspaddelst, nimm dir einen Moment Zeit und denke darüber nach, was du mit ins Meer bringst. Denn die besten Wellen sind die, zu denen wir immer wieder zurückkehren können.
Sonnencreme ist nur ein Teil der Geschichte. Erfahre mehr darüber, Wie verantwortungsvolle Surfreisen für The Surf Trip aussehen
Quellen:
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Watkins, Y. S. D., & Sallach, J. B. (2021b). Investigating the exposure and impact of chemical UV filters on coral reef ecosystems: Review and research gap prioritization. Integrated Environmental Assessment and Management, 17(5), 967–981. https://doi.org/10.1002/ieam.4411
Blog Artikel von Suntribe und ihre Homepage:
https://suntribesunscreen.com/en-es
https://suntribesunscreen.com/en-es/blogs/blog/reef-safe-definition-and-what-it-actually-means




