Huhu, ich bin Jule, 24 Jahre alt und komme aus Deutschland 🌞 Im Februar dieses Jahres habe ich mein Abschlusspraktikum bei The Surf Tribe gestartet, das Teil meines Bachelor Studiums in Global Project and Change Management ist, was ich in den Niederlanden studiere. Während dieser Zeit habe ich so viel über Nachhaltigkeit und Surfen sowie über die Verbindung beider Themen gelernt, und ich möchte hier gerne einige Erkenntnisse mit euch teilen! Außerdem findet ihr in diesem Blog Artikel mein professionelles Produkt mit dem Titel Surfing towards Sustainability, das ich auf der Grundlage meiner Recherchen entwickelt habe. Es ist ein inspirierender Guide für kleine Surftourismus Anbieter auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit. Checkt es also unbedingt aus, hehe!

Was ich gemacht habe
Während meines Praktikums hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Aufgaben zu übernehmen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Dazu gehörten unter anderem die Auswahl neuer Partner für die 1 % for the Planet Mitgliedschaft von The Surf Tribe, das Schneiden von Reels für Instagram, die Mithilfe bei der Überprüfung der neuen Website sowie weitere kleinere Aufgaben. Außerdem habe ich Blogartikel ins Deutsche übersetzt, was auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken klingt, mir aber tatsächlich viel gelehrt hat (falls ihr sie noch nicht gelesen habt, schaut sie euch unbedingt an!!). Zu guter Letzt habe ich auch meinen ersten eigenen Blogartikel (wuhu, hihi) über „reef-safe“ Sonnencreme geschrieben und würde mich freuen, wenn ihr mal einen Blick darauf werft!
Darüber hinaus habe ich den größten Teil meiner Zeit in meine Bachelorarbeit investiert, in der es im Großen und Ganzen darum ging, wie kleine Surf Anbieter ihre Nachhaltigkeitsbemühungen und -ansätze verstärken können. Aber dazu später mehr.
Ein bisschen über mich und warum ich hier gelandet bin
Mein Interesse an Nachhaltigkeit begann am Ende der Oberstufe, als mir zunehmend bewusst wurde, wie unsere Entscheidungen und Handlungen im Bezug auf Ernährung, Kaufverhalten und Reisen unsere Umwelt und die Menschen, die darin leben, beeinflussen. Ich wollte etwas dagegen tun. Deshalb habe ich mich für mein Studium entschieden, in dem wir im Grunde lernen, wie man die Welt verändert, das klingt ziemlich groß, haha … aber wer möchte nicht wissen, wie man die Welt ein bisschen besser machen kann?
Meine Verbindung zum Surfen begann vor etwa drei Jahren mit einem spontanen Surfcamp Trip nach Frankreich, doch dann habe ich mich langsam, aber sicher in diesen Sport verliebt … So sehr, dass ich mich entschlossen habe, für die letzten acht Monate in Portugal und Spanien zu leben, um nah am Strand zu sein und surfen zu können, wann immer ich kann. Das hat meine Vorstellungen davon, was ich mir von einer potenziellen Praktikumsorganisation wünsche, komplett verändert. Ich wusste, dass ich meine alte Leidenschaft für Nachhaltigkeit mit meiner neuen Leidenschaft fürs Surfen verbinden wollte. Und da The Surf Tribe genau das tut, bin ich nun hier.

Mein Forschungsthema
Für meine Bachelorarbeit habe ich mich speziell mit den typischen Merkmalen kleiner Surftourismus Anbieter (Surf Camps, Surf Häuser oder Surf Agenturen mit weniger als 15 Mitarbeiter*innen) befasst und untersucht, wie diese Merkmale ihre Möglichkeiten beeinflussen, Nachhaltigkeit anzugehen. Darüber hinaus habe ich untersucht, welche nachhaltigen Praktiken (Maßnahmen, die in ökologischer, soziokultureller und wirtschaftlicher Hinsicht einen positiven Beitrag leisten) in der Branche existieren und welche davon für kleine Surftourismus Anbieter umsetzbar sind.
Ich habe festgestellt, dass diese kleinen Anbieter zwar oft hoch motiviert sind und sich für den Planeten und die Menschen in ihrem Umfeld einsetzen (wollen), ihre begrenzten Ressourcen, darunter Geld, Zeit und Personal, sie jedoch daran hindern, so viel zu tun, wie sie eigentlich möchten. Also dachte ich mir, vielleicht könnte ich hier einen Beitrag leisten. Aus diesem Grund habe ich 12 Surftourismus Anbieter analysiert, um zu verstehen, wie sie ihre Nachhaltigkeitsbemühungen öffentlich kommunizieren, und Gespräche mit mehreren kleinen Anbietern sowie Experten in Nachhaltigkeit, Surfen und Tourismus geführt, von denen die meisten selbst Surfer waren. Diese inspirierenden Gespräche waren ehrlich gesagt einer der Highlights dieser ganzen Erfahrung.
Was meine Recherche ergab & was mich überrascht hat
Der Surftourismus steht vor einem zentralen Paradoxon. Die Industrie ist auf unberührte Küsten, gesunde Ozeane und authentische lokale Kulturen angewiesen, doch gleichzeitig kann der Tourismus selbst genau diese Dinge belasten, wenn er nicht verantwortungsbewusst betrieben wird. Das ist die unangenehme Wahrheit, die hinter all dem steckt…
Was mich jedoch am meisten überrascht hat, war das hohe Bewusstsein der kleinen Anbieter, mit denen ich gesprochen habe. Niemand hat so getan, als hätten sie keinen Einfluss; ein Anbieter brachte es auf den Punkt: „Wir sind uns vollkommen bewusst, was wir tun. Auch über die negativen Auswirkungen.“ Und manche zeigten sich sogar bescheiden hinsichtlich ihrer beeindruckenden Bemühungen und sagten: „Wir machen eigentlich nichts Verrücktes“, nannten dann aber sieben Nachhaltigkeitsmaßnahmen hintereinander.
Und ich finde es ein bisschen traurig, dass mich diese Offenheit überrascht hat, aber ich denke, in der heutigen Welt, in der es nur darum geht, mehr zu konsumieren, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und in der „Greenwashing“ an der Tagesordnung ist, ist das verständlich. Ich war einfach erleichtert zu sehen, dass es da draußen Menschen gibt, denen das alles am Herzen liegt.
Dass ich mich also mit kleinen Surf Anbietern befasst habe, erwies sich letztendlich als der beste Teil dieser Recherche, denn sie haben gezeigt, dass ihre kleine Größe eine enorme Stärke ist, trotz der Hindernisse, mit denen sie in Sachen Nachhaltigkeit zu kämpfen haben. Sie nannten mehrere nachhaltige Praktiken, wie zum Beispiel die Einstellung lokaler Arbeitskräfte, den Einkauf von Lebensmitteln auf nahegelegenen Märkten, den Aufbau echter, langfristiger Beziehungen zu den lokalen Gemeinschaften, die Wartung der Ausrüstung statt deren Austausch, sowie die Zusammenarbeit mit lokalen NGOs, was zeigt, dass die meisten von ihnen bereits sinnvolle Arbeit leisten.
Zudem können sie Entscheidungen oft von heute auf morgen treffen, ein Beispiel zeigt, wie ein Mitgründer einer Surfreise Agentur das Trinkgeld für die Crew auf einem Bootstrip auf den Malediven erhöhte: „Ich bin morgens aufgewacht und dachte mir: Warum machen wir nicht einfach 150 Dollar statt 100 Dollar? Da gibt es keine langen Entscheidungswege. Wir können's machen, also machen wir's. Das war's.“ Diese Art von Flexibilität ist enorm wirkungsvoll und einer der größten Nachhaltigkeits Vorteile kleiner Anbieter.
Surfing towards Sustainability - was ich anderen Anbietern mitgeben möchte
Ich wollte und musste etwas entwickeln, das sowohl für The Surf Tribe als auch für die gesamte Branche von Nutzen ist. Das Ergebnis all dieser Recherchen ist etwas, auf das ich wirklich stolz bin (hihi):
Surfing towards Sustainability ist ein inspirierender Leitfaden, der speziell für kleine Anbieter im Surftourismus entwickelt wurde, die ihre Nachhaltigkeitsbemühungen starten oder weiter ausbauen möchten.
Dieses PDF enthält 32 nachhaltige Praktiken, die auf echten Geschichten basieren, darunter Zitate von Anbietern und Experten, mit denen ich gesprochen habe, sowie Beispiele dafür, wie Anbieter im Surftourismus weltweit bereits mit Nachhaltigkeit umgehen. Es handelt sich nicht um eine Checkliste oder festgelegte allgemeine Empfehlungen, sondern soll als Inspiration und Denkanstoß dienen.
Ich möchte auch betonen, dass mir bewusst ist, dass Nachhaltigkeit und die Realitäten jedes einzelnen kleinen Surftourismus Anbieters einzigartig sind und es keinen einheitlichen Ansatz gibt, wenn es darum geht, wie man Nachhaltigkeit angeht. Außerdem basiert diese Arbeit lediglich auf einer viermonatigen Bachelorarbeit, was bedeutet, dass es noch viel mehr zu erforschen, zu verfeinern und darauf aufzubauen gibt.
Wenn ihr den Text also lest, nehmt das auf, was euch anspricht, lasst das weg, was euch nicht zusagt, und passt alles stets an euren eigenen Kontext an. Und denkt daran: Ihr könnt nicht alles tun und das ist in Ordnung, denn wer kann das schon? Aber ihr könnt auf jeden Fall etwas tun, und wahrscheinlich tut ihr bereits mehr, als ihr denkt!

Abschließende Gedanken & viele dankbare Worte
Bevor ich diesen Artikel beende, möchte ich einen Moment nehmen, um allen zu danken, die an dieser Forschung teilgenommen haben. Ihr habt mich für meine Zukunft inspiriert, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass sich unsere Wege wieder kreuzen werden. Außerdem danke ich meinen Freunden und meiner Familie für die Unterstützung in dieser intensiven Zeit.
Und natürlich ein großes Dankeschön an The Surf Tribe für diese Gelegenheit! Ihr habt mich offen aufgenommen, mich trotz der räumlichen Distanz so gut wie möglich eingebunden und mir gezeigt, in welcher Art von Umfeld ich in Zukunft arbeiten möchte. Jede*r Einzelne im Team bringt so viel in dieses Unternehmen ein, verfügt über so viel interessantes Wissen über das Surfen und kümmert sich so sehr um die Menschen und den Planeten, und versucht, dieses Unternehmen mehr als nur profitable zu machen. Sie haben mich inspiriert, weiter auf die Dinge hinzuarbeiten, die ich im Leben erreichen möchte. Vielen Dank und macht weiter so!!
Mein letzter und ganz besonderer Dank gilt dir, Gianfranco, dem Mitgründer von The Surf Tribe und meinem Mentor während des Praktikums. Du hast mir vom ersten Tag an ein Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit vermittelt und bist an alles mit so viel Offenheit und Flexibilität herangegangen. Du hast mich immer ermutigt und mir vertraut, sodass ich nie das Gefühl hatte, keine Fragen stellen zu können. Ich hatte stets das Gefühl, dass meine Arbeit wirklich geschätzt wurde. Ich bin dir und dieser gesamten Erfahrung so dankbar. Danke Danke & nochmal Danke!
Ich hoffe, euch alle bei einem der kommenden The Surf Tribe Originals, oder irgendwo anders im Line up wieder zu sehen. Bis dahin, enjoy life! xx Jule ⭐️
Lade dir hier den Inspirations Leitfaden herunter!



